Was ein ETF ist und warum er sich für Sparpläne eignet
Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein börsengehandelter Indexfonds: Er bildet einen Index wie den MSCI World, den FTSE All-World oder den DAX nach, statt dass ein Manager einzelne Aktien auswählt. Dadurch sind ETFs breit gestreut (ein World-ETF enthält über 1.400 Unternehmen), kostengünstig (laufende Kosten meist 0,07 bis 0,5 Prozent pro Jahr, aktiv gemanagte Investmentfonds verlangen 1,5 bis 2 Prozent) und transparent, denn die Wertentwicklung folgt dem zugrunde liegenden Index. Für Anlegerinnen und Anleger, die langfristig Vermögen aufbauen wollen, ist der ETF-Sparplan deshalb das Standard-Werkzeug: regelmäßig Geld investieren, Anteile automatisch kaufen, Marktschwankungen über die Zeit ausgleichen.
Das Risiko bleibt das Marktrisiko: Ein Aktien-ETF schwankt, in Krisenjahren auch um 30 bis 40 Prozent nach unten. Wer seinen Anlagehorizont unter fünf Jahren hat oder die Schwankung nicht aushält, mischt Anleihen bei oder bleibt bei Tagesgeld und Festgeld. Historisch haben breite Aktienindizes über 15-Jahres-Zeiträume dagegen fast immer positive Rendite geliefert; eine Garantie für die Zukunft ist das nicht.
Ausschüttend oder thesaurierend, und welche Rate passt
Ausschüttende ETFs überweisen die Dividende der enthaltenen Unternehmen aufs Verrechnungskonto, thesaurierende ETFs legen sie automatisch wieder an. Für den Vermögensaufbau ist die thesaurierende Variante bequemer (Zinseszinseffekt ohne Zutun), die ausschüttende hilft, den Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro jährlich auszuschöpfen. Die Sparrate ist ab 1 Euro (bei den meisten Brokern ab 25 Euro) frei wählbar, monatlich anpassbar und jederzeit pausierbar, ein ETF-Sparplan ist keine Vertragsbindung. Bewährter Startpunkt: ein einziger weltweiter Indexfonds, 10 bis 15 Prozent des Nettoeinkommens pro Monat, Ausführung am Monatsanfang.
Die Broker-Wahl entscheidet über die Kosten der Ausführung: Neobroker und viele Direktbanken führen ETF-Sparpläne dauerhaft gebührenfrei aus, klassische Banken berechnen teils 1,5 Prozent je Sparrate. Wer noch kein Depot hat, findet die Anbieter mit kostenlosen Sparplänen im Depot-Vergleich; dort steht auch, wie du ein Depot eröffnen und ein bestehendes übertragen kannst.
ETF-Sparplan einrichten: von der Auswahl bis zur ersten Ausführung
Der Weg zum ersten ETF-Sparplan in vier Schritten: 1. Index wählen. Für den langfristigen Vermögensaufbau sind der MSCI World (rund 1.400 Unternehmen aus Industrieländern), der MSCI All Country World Index (zusätzlich Schwellenländer) und der FTSE All-World die Standard-Optionen; wer nur deutsche Aktien will, nimmt den DAX, verzichtet damit aber auf weltweite Streuung. 2. Konkreten ETF auswählen. Mehrere Anbieter (iShares, Xtrackers, Vanguard, Amundi u. a.) bilden denselben Index ab; entscheidend sind laufende Kosten (TER), Fondsvolumen ab etwa 100 Millionen Euro und die Ertragsverwendung (thesaurierend oder ausschüttend). 3. Sparplan im Depot anlegen. Sparrate ab 25 Euro (teils ab 1 Euro), Ausführungstag wählen, Dynamik optional. 4. Laufen lassen. Nicht bei jedem Kursrutsch eingreifen, gerade in schwachen Phasen kauft die gleiche Sparrate mehr Anteile.
Zur Einordnung der Renditeerwartung: Breite Aktienindizes haben historisch über lange Zeiträume im Schnitt 6 bis 8 Prozent pro Jahr geliefert, mit heftigen Schwankungen dazwischen. Ein ETF-Sparplan mit 100 Euro pro Monat wächst bei 6 Prozent in 20 Jahren auf rund 46.000 Euro aus 24.000 Euro Einzahlungen, garantiert ist davon nichts. Wer sein Portfolio aus mehreren ETFs zusammensetzt (etwa World plus Schwellenländer im Verhältnis 70/30), balanciert einmal jährlich zurück. Mehr braucht die passive Geldanlage nicht, genau darin liegt ihr Vorteil gegenüber aktiv gemanagten Fonds, deren höhere Kosten die Mehrrendite in den meisten Vergleichszeiträumen auffressen.