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Kredit für Studenten: Studium finanzieren ohne festes Einkommen

Ohne Gehaltsabrechnung ist der klassische Bankkredit für Studierende meist gesperrt. Dafür gibt es Finanzierungen, die genau auf das Studium zugeschnitten sind: KfW-Studienkredit, Bildungskredit und flexible Kleinlösungen. Wir ordnen alle Wege mit Konditionen und Reihenfolge-Empfehlung.

Von bankscore.de Redaktion · Stand 04. August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Der KfW-Studienkredit ist der Standard: 100 bis 650 Euro monatlich, ohne Sicherheiten und unabhängig vom Einkommen der Eltern.
  • Der Bildungskredit des Bundes ergänzt in fortgeschrittenen Studienphasen mit günstigen Konditionen.
  • Ein klassischer Ratenkredit funktioniert nur mit regelmäßigem eigenem Einkommen, dann aber auch für Studierende.
  • Vor jedem Kredit: BAföG, Stipendien, Kindergeld und Wohngeld ausschöpfen, dieses Geld muss gar nicht oder nur zur Hälfte zurückgezahlt werden.

KfW-Studienkredit: der Standard für die Studienfinanzierung

Der Studienkredit der KfW ist die meistgenutzte Studienfinanzierung Deutschlands, weil er die Bank-Logik umdreht: Statt Bonität und Einkommen zu prüfen, finanziert die staatliche Förderbank volljährige Studierende an staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland, ohne Sicherheiten und ohne Blick auf das Einkommen der Eltern. Ausgezahlt wird monatlich zwischen 100 und 650 Euro, die Höhe lässt sich jedes Semester anpassen oder pausieren.

MerkmalKfW-Studienkredit
Auszahlung100 bis 650 Euro monatlich, flexibel anpassbar
Förderdauerbis 14 Semester (Erst-, Zweitstudium, Promotion)
Alter18 bis 44 Jahre bei Förderbeginn
Zinssatzvariabel, 2026 effektiv um 5 bis 6 %
Rückzahlungnach 18 bis 23 Monaten Karenz, bis zu 25 Jahre Zeit
Sicherheitenkeine, elternunabhängig

Der Haken ist der variable Zinssatz: Er wird halbjährlich angepasst und lag in der Nullzins-Ära unter 4, in der Zinsspitze über 9 Prozent. Wer den KfW-Studienkredit beantragt, sollte nur so viel monatliche Auszahlung wählen, wie wirklich nötig, jeder nicht abgerufene Euro spart später Zinsen. Beantragt wird online über die KfW mit Immatrikulationsbescheinigung, die Auszahlung startet zum Folgemonat.

Bildungskredit des Bundes: der günstige Ergänzungsbaustein

Weniger bekannt, aber oft günstiger: Der staatliche Bildungskredit richtet sich an Studierende in fortgeschrittenen Studienphasen (nach der Zwischenprüfung bzw. ab bestimmten Leistungsnachweisen) und an Promovierende. Er zahlt 100 bis 300 Euro monatlich über bis zu 24 Monate, alternativ ist eine Einmalzahlung bis 3.600 Euro möglich. Der Zinssatz liegt traditionell unter dem KfW-Studienkredit, die Rückzahlung beginnt vier Jahre nach der ersten Auszahlung. Bildungskredit und KfW-Studienkredit lassen sich kombinieren, auch mit BAföG.

Klassischer Ratenkredit: nur mit eigenem Einkommen

Ein normaler Ratenkredit setzt regelmäßiges, frei verfügbares Einkommen voraus, ein Werkstudentenjob oder fester Nebenjob kann das leisten. Banken prüfen dann wie bei jedem Antrag: Einkommen, Ausgaben, Schufa. Realistisch sind kleine Summen; für Laptop, Umzug oder Auslandssemester sind Kleinkredit (500 bis 5.000 Euro) oder Minikredit die passenden Formate. Die Rate sollte auch in Prüfungsphasen mit weniger Arbeitsstunden tragbar bleiben, was die monatliche Belastung bei welcher Summe bedeutet, zeigt der Kreditrechner. Ohne eigenes Einkommen bleibt der Ratenkredit dagegen auch mit Bürgschaft der Eltern die schlechtere Lösung gegenüber dem Studienkredit.

Die sinnvolle Reihenfolge der Studienfinanzierung

  1. Nicht rückzahlbare Quellen: BAföG-Anspruch prüfen (die Hälfte ist Zuschuss, das Darlehen ist zinsfrei und gedeckelt), Stipendien der Begabtenförderwerke und kleinen Stiftungen, Kindergeld bis 25, ggf. Wohngeld.
  2. Nebenjob: Bis zur Minijob-Grenze ohne Abzüge, als Werkstudent mit mehr Volumen. Schafft zugleich die Basis für spätere Kreditwürdigkeit.
  3. Studienkredit als Lückenfüller: KfW-Studienkredit oder Bildungskredit gezielt für die Phasen, in denen Jobben nicht möglich ist, etwa Praxissemester, Abschlussarbeit oder Examensvorbereitung.
  4. Kleiner Ratenkredit nur für konkrete Anschaffungen: mit eigenem Einkommen und kurzer Laufzeit, nicht für laufende Lebenshaltungskosten.

Die wichtigste Regel: Kredite finanzieren im Studium Engpässe, nicht den Lebensstandard. Jeder Euro Studienkredit ist bei Berufseinstieg Schulden; wer die Auszahlung auf das Nötige begrenzt, startet entspannter. Nach dem Abschluss lohnt der Blick auf die Umschuldung, wenn ein teurer variabler Studienkredit in einen günstigen festen Ratenkredit gedreht werden kann. Ein kostenloses Girokonto ohne Gebühren gehört ohnehin in jede Studierenden-Grundausstattung.

Häufige Fragen

Kann man als Student einen Kredit bekommen? +

Ja, aber selten den klassischen Ratenkredit: Ohne festes Einkommen lehnen die meisten Banken ab. Die realistischen Wege sind der KfW-Studienkredit mit monatlicher Auszahlung, der Bildungskredit des Bundes für fortgeschrittene Studienphasen und bei regelmäßigem Nebenjob-Einkommen ein kleiner Ratenkredit.

Wie hoch ist der Studentenkredit der KfW? +

Der KfW-Studienkredit zahlt zwischen 100 und 650 Euro monatlich aus, flexibel wählbar und anpassbar. Gefördert werden bis zu 14 Semester in Erst- und Zweitstudium sowie Promotion, das Maximalalter bei Förderbeginn liegt bei 44 Jahren. Die Auszahlung läuft monatlich, nicht als Einmalbetrag.

Wie viel Kredit bekomme ich als Student mit Nebenjob? +

Mit regelmäßigem, unbefristetem Nebenjob-Einkommen akzeptieren einzelne Banken kleine Ratenkredite. Bei 800 Euro monatlichem Einkommen sind Raten um 80 bis 120 Euro denkbar, also Kreditsummen von grob 2.000 bis 5.000 Euro je nach Laufzeit. Werkstudenten mit höherem Gehalt entsprechend mehr.

Was für Gelder können Studenten beantragen? +

Vor jedem Kredit stehen die Quellen, die nicht oder nur zur Hälfte zurückgezahlt werden: BAföG (zur Hälfte Zuschuss), Stipendien, Wohngeld und Kindergeld bis 25. Erst wenn diese ausgeschöpft sind, sind Studienkredit, Bildungskredit oder ein kleiner Ratenkredit sinnvolle Ergänzungen.

Was kostet der KfW-Studienkredit an Zinsen? +

Der Zinssatz ist variabel und orientiert sich am 6-Monats-Euribor plus Aufschlag, 2026 effektiv um 5 bis 6 Prozent. Während der Auszahlungsphase werden die Zinsen gestundet oder mitfinanziert, zurückgezahlt wird nach einer Karenzphase über bis zu 25 Jahre.