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Postbank Konto kündigen: Anleitung, Frist und Musterablauf

Ein Girokonto zu kündigen ist unkomplizierter, als viele denken. Es gibt keine Kündigungsfrist, keine Gebühr und mit dem gesetzlichen Kontowechselservice müssen Sie nicht einmal jeden Zahlungspartner selbst umstellen. Diese Anleitung zeigt den sauberen Ablauf und was Sie vorher klären sollten, damit nichts liegen bleibt.

Von bankscore.de Redaktion · Stand 20. Juli 2026

Ob Umzug zu einer günstigeren Bank, doppeltes Konto oder einfach Unzufriedenheit: Ein Postbank Girokonto lässt sich jederzeit auflösen. Wichtig ist vor allem die Reihenfolge. Wer zuerst kündigt und danach erst an die laufenden Zahlungen denkt, riskiert geplatzte Lastschriften. Diese Seite fasst den rechtlichen Rahmen und einen praktikablen Musterablauf zusammen. Sie ist eine redaktionelle Einordnung, keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind im Zweifel die aktuellen Bedingungen der Postbank.

Keine Kündigungsfrist beim Girokonto

Ein Girokontovertrag ist ein unbefristeter Zahlungsdiensterahmenvertrag. Als Kundin oder Kunde können Sie ihn nach § 675h BGB jederzeit und ohne Einhaltung einer Frist kündigen. Sie sind also nicht an Quartals- oder Monatsenden gebunden. In der Praxis empfiehlt es sich trotzdem, ein Wunschdatum anzugeben und der Bank einige Werktage Vorlauf zu lassen, damit letzte Buchungen und die Restguthaben-Auszahlung geordnet ablaufen. Eine Gebühr für die Schließung ist unzulässig.

Das sollten Sie vor der Kündigung klären

Bevor Sie das Kündigungsschreiben abschicken, sollten Sie den Zahlungsverkehr rund um das Konto ordnen. Sonst kann es passieren, dass eine Abbuchung ins Leere läuft, nachdem das Konto bereits geschlossen ist.

  • Daueraufträge: Notieren Sie alle aktiven Daueraufträge, etwa Miete oder Sparraten, und richten Sie sie auf dem neuen Konto neu ein.
  • Lastschriften: Erstellen Sie eine Liste aller Firmen, die per SEPA-Lastschrift abbuchen: Strom, Mobilfunk, Versicherungen, Streaming, Fitnessstudio. Jede dieser Stellen braucht Ihre neue IBAN.
  • Geldeingänge: Teilen Sie Arbeitgeber, Rentenkasse oder anderen Zahlern die neue Bankverbindung mit.
  • Restguthaben und Dispo: Ein Guthaben lassen Sie auf ein Zielkonto überweisen, einen genutzten Dispo gleichen Sie vorher aus.
  • Karten und Verknüpfungen: Prüfen Sie hinterlegte Kartendaten bei Onlinediensten und PayPal.

Einen Überblick, wie lange einzelne Buchungen brauchen, gibt der Ratgeber Wie lange dauert eine Überweisung. So schätzen Sie besser ein, wann das alte Konto wirklich leer und ruhig ist.

Musterablauf: Postbank Konto Schritt für Schritt kündigen

  1. Neues Girokonto eröffnen und die neue IBAN bereithalten. Erst danach kündigen.
  2. Alle Daueraufträge, Lastschriften und Geldeingänge auflisten (siehe oben).
  3. Kündigungsschreiben in Textform aufsetzen und mit allen Pflichtangaben versehen.
  4. Schreiben an die Postbank senden, idealerweise per Einschreiben oder über das gesicherte Online-Postfach, und eine Auflösungsbestätigung anfordern.
  5. Zahlungspartner umstellen oder den gesetzlichen Kontowechselservice der neuen Bank nutzen.
  6. Restguthaben-Auszahlung und schriftliche Bestätigung der Kontoschließung abwarten.
  7. Alte Karten nach der bestätigten Schließung entwerten und entsorgen.

Was in die Musterkündigung gehört

Eine formlose Kündigung reicht aus, sie muss aber eindeutig sein. Folgende Bestandteile sollten enthalten sein, damit die Bank das Konto korrekt zuordnen und auflösen kann:

BestandteilZweck
Vollständiger Name und AnschriftEindeutige Zuordnung zum Kontoinhaber
Kontonummer bzw. IBANIdentifikation des zu kündigenden Kontos
Klare KündigungserklärungAuflösung des Girokontos zum genannten Datum
Gewünschtes KündigungsdatumZum nächstmöglichen Termin oder Wunschdatum
Auszahlungskonto (IBAN)Überweisung eines Restguthabens
Bitte um schriftliche BestätigungNachweis der erfolgten Kontoschließung

Kontowechselservice: die neue Bank übernimmt die Arbeit

Seit September 2016 haben Verbraucher in Deutschland nach dem Zahlungskontengesetz einen gesetzlichen Anspruch auf Kontowechselhilfe. Die neue Bank ermittelt dabei die regelmäßigen Zahlungspartner des alten Kontos und informiert sie über die neue Bankverbindung. Daueraufträge werden übernommen, Lastschrifteinzieher umgestellt. Das erspart Ihnen die mühsame Einzelinformation an jedes Unternehmen. Wichtig bleibt: Die eigentliche Kündigung des alten Postbank Kontos müssen Sie in der Regel selbst erklären, und das erst, wenn der Wechsel abgeschlossen ist.

Nach der Kündigung: das passende neue Konto

Wenn Sie ohnehin wechseln, lohnt der Blick auf die laufenden Kosten. Viele Direktbanken bieten ein kostenloses Girokonto ohne monatliche Grundgebühr. Einen breiteren Überblick über Kontomodelle und worauf es beim Wechsel ankommt, gibt die Seite Girokonto. Falls Ihnen bei der Postbank aus Bonitätsgründen kein reguläres Konto angeboten wurde, hilft der Ratgeber Basiskonto und Recht auf ein Girokonto weiter. Wer die Postbank noch einmal einordnen möchte, findet die Details im Postbank Profil.

Fazit

Die Postbank Kündigung ist jederzeit, formlos und kostenlos möglich. Der entscheidende Punkt ist nicht das Kündigungsschreiben selbst, sondern die Vorbereitung: erst das neue Konto einrichten, dann die Zahlungspartner umstellen, dann kündigen. Wer den gesetzlichen Kontowechselservice nutzt, gibt den größten Teil dieser Arbeit an die neue Bank ab und behält am Ende nur den einfachen Schlussschritt selbst in der Hand.

Häufige Fragen

Gibt es beim Postbank Girokonto eine Kündigungsfrist? +

Nein. Einen Girokontovertrag als unbefristeten Zahlungsdiensterahmenvertrag können Sie als Kundin oder Kunde jederzeit und ohne Frist kündigen (§ 675h BGB). Geben Sie der Bank trotzdem ein paar Tage Bearbeitungszeit und ein Wunsch-Kündigungsdatum an, damit offene Buchungen sauber abgewickelt werden.

Muss die Kündigung schriftlich erfolgen? +

Die Kündigung sollte in Textform erfolgen, also per Brief oder über einen gesicherten Kanal wie das Online-Banking-Postfach. Ein per Post versandtes Schreiben, idealerweise als Einschreiben, hat den Vorteil eines nachvollziehbaren Zugangsnachweises. Fordern Sie immer eine schriftliche Bestätigung der Kontoauflösung an.

Kostet die Kündigung des Postbank Kontos etwas? +

Nein. Für die Schließung eines Girokontos darf eine Bank keine Gebühr verlangen. Achten Sie nur darauf, dass ein eventuelles Restguthaben ausgezahlt und ein Minus vorher ausgeglichen wird, bevor das Konto endgültig geschlossen wird.

Was passiert mit meinen Daueraufträgen und Lastschriften? +

Diese laufen nicht automatisch weiter. Entweder richten Sie sie beim neuen Konto selbst neu ein oder Sie nutzen den gesetzlichen Kontowechselservice, den die neue Bank für Sie übernimmt. Kündigen Sie das alte Konto erst, wenn alle Zahlungspartner die neue Bankverbindung nutzen.