Tagesgeld-Vergleich: worauf es beim Zinssatz ankommt
Im Tagesgeld-Vergleich zählt nicht die Schaufenster-Zahl, sondern der Ertrag über zwölf Monate. Viele Banken bieten Neukunden einen erhöhten Aktionszins für 3, 4 oder 6 Monate, danach fällt das Guthaben auf den deutlich niedrigeren Bestandskunden-Zinssatz. Ein Tagesgeldkonto mit 3,3 Prozent für 4 Monate und danach 1,0 Prozent bringt bei 10.000 Euro rund 177 Euro im ersten Jahr; ein durchgehender Zinssatz von 2,2 Prozent bringt 220 Euro. Wer nicht wechseln will, fährt mit dem soliden Dauerzins besser; wer aktiv Zins-Hopping betreibt, nimmt die Aktionen mit.
Der Zinssatz beim Tagesgeld ist variabel: Die Bank kann ihn jederzeit anpassen, meist im Gleichlauf mit den Leitzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB). Anders als beim Festgeld gibt es keine Laufzeit und keine Kündigungsfrist, Ein- und Auszahlungen sind täglich möglich, ausgezahlt wird auf das hinterlegte Referenzkonto, in der Regel dein Girokonto.
Sicherheit: Einlagensicherung bis 100.000 Euro
Tagesgeld gehört zu den sichersten Anlageformen: In der gesamten EU sind 100.000 Euro pro Sparer und Bank gesetzlich abgesichert. Bei deutschen Banken kommt häufig die freiwillige Absicherung über den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken dazu, bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken die Institutssicherung. Auch ausländische Banken aus der EU unterliegen der 100.000-Euro-Regel ihres Heimatlandes; bei Angeboten aus wirtschaftlich schwächeren Staaten preisen die höheren Zinsen dieses Länderrisiko ein.
Steuerlich gilt: Zinserträge sind Kapitalerträge. Mit einem Freistellungsauftrag bleiben pro Person 1.000 Euro im Jahr steuerfrei (Sparerpauschbetrag); ohne ihn führt die deutsche Bank die Abgeltungssteuer direkt ab. Bei ausländischen Banken ohne deutschen Steuerabzug gehören die Erträge in die Steuererklärung.
Tagesgeldkonto eröffnen und richtig nutzen
Die Eröffnung läuft wie beim Girokonto volldigital: online beantragen, per Videoident legitimieren, Referenzkonto angeben, fertig. Viele Direktbanken führen Tagesgeldkonten dauerhaft kostenlos und ohne Mindestanlage; die aktuell besten Angebote zeigt der Rechner oben, denn das beste Angebot wechselt monatlich, wenn Banken mit befristeten Aktionen über 4 oder 12 Monate neue Kunden zu gewinnen versuchen. Der Freibetrag von 1.000 Euro pro Person (Freistellungsauftrag!) macht die Zinsen des Tagesgeldkontos für die meisten Sparer steuerfrei. Als Faustregel für die Geldanlage gilt: Drei bis sechs Monatsausgaben als Notgroschen aufs Tagesgeld, planbare Beträge mit festem Horizont ins Festgeld, langfristiges Vermögen in den ETF-Sparplan. So ist das Guthaben verzinst, ohne dass Rendite-Chancen der längeren Horizonte verschenkt werden.