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Dispozins-Vergleich 2026: was die Kontoüberziehung wirklich kostet

Der Dispozins entscheidet, was das Minus auf dem Girokonto kostet, und die Spanne zwischen den Banken ist riesig: einstellige Sätze bei Direktbanken, 13 Prozent und mehr bei manch klassischer Filialbank. Wir zeigen die Zinssätze im Vergleich, die taggenaue Berechnung und die Auswege aus der Dauerüberziehung.

Von bankscore.de Redaktion · Stand 04. August 2026

Dispozins kurz erklärt: der Preis der eingeräumten Kontoüberziehung

Der Dispositionskredit ist die von der Bank eingeräumte Kontoüberziehung: eine vereinbarte Kreditlinie direkt auf dem Girokonto, die der Kontoinhaber ohne Antrag im Einzelfall nutzen kann, um kurzfristige finanzielle Engpässe zu überbrücken. Der Dispozins ist der Sollzinssatz, den die Bank fürs Überziehen berechnet, angegeben in Prozent p. a. Er fällt taggenau und nur auf den tatsächlich in Anspruch genommenen Betrag an: Wer im Guthaben bleibt, zahlt nichts; wer kurz überzieht, zahlt Centbeträge; teuer wird es erst, wenn das Konto dauerhaft im Minus steht und keine echte Rückzahlung stattfindet. Belastet werden die Sollzinsen meist vierteljährlich mit dem Rechnungsabschluss. Beantragen musst du den Dispo oft nicht einmal aktiv, viele Banken richten ihn bei regelmäßigem Gehaltseingang automatisch ein; wie der Dispokredit insgesamt funktioniert und wie viel finanzieller Spielraum üblich ist, erklärt die Produktseite Dispokredit.

Dispozinsen berechnen: die Formel mit Beispiel

Banken rechnen taggenau nach der klassischen Zinsformel mit 360 Zinstagen:

Zinsen = überzogener Betrag × Zinssatz × Tage / (360 × 100)

ÜberziehungDauerDispozinsKosten
500 €5 Tage10 %0,69 €
1.000 €30 Tage10 %8,33 €
2.000 €14 Tage11 %8,56 €
3.000 €360 Tage12 %360,00 €

Die Beispiele zeigen das Muster: Als Puffer für ein paar Tage, bis Gehalt oder Lastschriften ausgeglichen sind, kostet der Dispo fast nichts und ist bequemer als jeder Kredit. Als Dauerzustand frisst er dreistellige Beträge pro Jahr, ohne dass sich am Minus etwas ändert.

Dispozins-Vergleich: wo der Dispo günstig ist

Die Banken setzen ihre Dispozinsen frei fest, müssen sie aber transparent im Preis- und Leistungsverzeichnis und auf dem Kontoauszug ausweisen. Das Marktbild 2026:

BankengruppeDispozins (marktüblich)
Günstige Direktbanken (z. B. DKB, ING, 1822direkt)ca. 7 bis 9 %
Comdirect, Consorsbank und weitere Direktbankenca. 9 bis 11 %
Commerzbank, Deutsche Bank und Großbankenca. 10 bis 12 %
Sparkassen und Volksbanken (je nach Haus)ca. 10 bis 13 %

Der Bundesdurchschnitt der Banken in Deutschland liegt bei rund 10 Prozent p. a., die Überziehungszinsen unterscheiden sich aber massiv von Bank zu Bank. Wichtig: Innerhalb der Sparkassen- und Genossenschaftswelt setzt jedes Haus eigene Sätze und Kontomodelle, eine Vereinigte Volksbank Raiffeisenbank kann günstiger oder teurer sein als die Nachbar-Sparkasse, und Premium-Girokonten haben teils niedrigere Dispozinsen als das Basismodell derselben Bank. Den eigenen Satz findest du in Sekunden im Online-Banking oder im Preisaushang. Viele Dispozinsen sind zudem variable Zinssätze, gekoppelt an einen Referenzzins: Senkt die EZB, sollte mit Verzögerung auch der Dispozins sinken; wo die Zinsen insgesamt stehen, zeigt Kreditzinsen aktuell.

Geduldete Überziehung: die zweite, teurere Stufe

Jenseits des eingeräumten Kreditrahmens beginnt die geduldete Kontoüberziehung: Die Bank führt Lastschriften und Daueraufträge trotz ausgeschöpftem Dispo aus, berechnet dafür aber einen Überziehungszins von typischerweise 2 bis 4 Prozentpunkten über dem Dispozins, also schnell 14 bis 16 Prozent. Manche Banken haben beide Sätze inzwischen vereinheitlicht, verlassen sollte man sich darauf nicht. Wer regelmäßig in die geduldete Überziehung rutscht, hat kein Zins-, sondern ein Rahmenproblem: entweder den Dispo anpassen oder, besser, die Ursache über einen strukturierten Ausgleich beheben.

Dispozinsen senken: drei Wege

  1. Bank wechseln: Wer den Dispo regelmäßig nutzt, spart mit dem Wechsel von 12 auf 8 Prozent bei 2.000 Euro Dauernutzung rund 80 Euro im Jahr, plus meist niedrigere Kontogebühren. Die Kandidaten liefert der Girokonto-Vergleich, den Umzug übernimmt der gesetzliche Kontowechselservice.
  2. Rahmen und Verhalten anpassen: Dispo-Rahmen auf ein Monatsgehalt reduzieren, Benachrichtigung bei Kontoüberziehung im Online-Banking aktivieren und Lastschriften auf die Tage nach dem Gehaltseingang legen.
  3. Dauerminus umschulden: Steht das Konto seit mehr als drei Monaten im Minus, ist ein Ratenkredit fast immer günstiger. 3.000 Euro Dauerüberziehung bei 12 Prozent kosten 360 Euro Zinsen im Jahr; derselbe Betrag als Kleinkredit über 24 Monate zu 6 Prozent kostet insgesamt rund 190 Euro Zinsen und ist danach getilgt. Den Ablauf beschreibt die Seite Umschuldung.

Dispo oder Ratenkredit: die Entscheidungsregel

Der Dispokredit ist für kurzfristige Engpässe gebaut: flexibel, sofort verfügbar, ohne Antrag, und bei tagesweiser Nutzung konkurrenzlos unkompliziert. Der Ratenkredit ist für planbare Beträge gebaut: niedrigerer Zinssatz, feste Rate, definiertes Ende. Die Faustregel: Was in einem Monat ausgeglichen ist, darf in den Dispo; was länger bleibt, gehört in einen Kredit mit Tilgungsplan. Für kleine Summen zwischen beiden Welten vergleicht Geld leihen alle seriösen Optionen inklusive Minikredit.

Häufige Fragen

Was ist ein Dispozins? +

Der Dispozins ist der Sollzinssatz, den die Bank für die eingeräumte Kontoüberziehung (Dispositionskredit) auf dem Girokonto berechnet. Er fällt taggenau nur auf den tatsächlich überzogenen Betrag an und wird meist vierteljährlich dem Konto belastet. Üblich sind 2026 Zinssätze zwischen 7 und 13 Prozent pro Jahr.

Was kostet 1.000 Euro Dispo im Monat? +

Bei 10 Prozent Dispozins kosten 1.000 Euro dauerhafte Überziehung rund 8,30 Euro im Monat, bei 12 Prozent etwa 10 Euro. Für wenige Tage bleibt es bei Centbeträgen, zum Beispiel rund 1,40 Euro für fünf Tage mit 1.000 Euro im Minus.

Wie wird der Dispozins berechnet? +

Taggenau nach der Formel: überzogener Betrag mal Zinssatz mal Tage geteilt durch 360 mal 100. Beispiel: 2.000 Euro für 14 Tage bei 11 Prozent ergeben 2.000 x 11 x 14 / 36.000 = 8,56 Euro. Abgerechnet wird in der Regel einmal pro Quartal mit dem Rechnungsabschluss.

Wie hoch sind die Zinsen für Dispo im Durchschnitt? +

Der Bundesdurchschnitt liegt 2026 bei etwa 10 Prozent. Direktbanken bieten teils einstellige Sätze, klassische Filialbanken, Sparkassen und Volksbanken liegen häufig bei 11 bis 13 Prozent. Der genaue Satz steht im Preis- und Leistungsverzeichnis der Bank und im Online-Banking.

Wie viel Dispo ist normal? +

Banken räumen üblicherweise zwei bis drei Netto-Monatsgehälter als Kreditrahmen ein, gute Bonität und regelmäßigen Gehaltseingang vorausgesetzt. Der Rahmen lässt sich jederzeit reduzieren, was als Schutz vor der schleichenden Dauerüberziehung sinnvoll ist.