Was Private Banking eigentlich ist
Private Banking bezeichnet die individuelle Betreuung vermögender Privatkundinnen durch eine eigens zugeordnete Beraterin. Das Spektrum reicht von Anlage-Beratung über Steueroptimierung bis zu Nachfolge-Planung. In Abgrenzung zur Vermögensverwaltung trifft beim Private Banking die Kundin selbst die Anlage-Entscheidungen, lässt sich aber begleiten.
Ab welchem Vermögen?
Klassische Schwellen 2026:
- Premium-Banking – ab etwa 100.000 Euro liquidem Vermögen, oft schon mit eigener Beraterin.
- Private Banking – ab 500.000 bis 1 Million Euro, je nach Bank.
- Wealth Management – ab etwa 5 Millionen Euro, mit Familien-Office-ähnlichen Strukturen.
Manche Banken setzen die Einstiegsschwelle niedriger an, um Kundschaft frühzeitig zu binden. Die Qualität der Betreuung schwankt unterhalb der echten Schwellen aber deutlich.
Was du dafür bekommst
- Persönliche Beraterin, oft mit zertifizierter Qualifikation.
- Maßgeschneiderte Anlagestrategie, häufig mit Asset-Allocation und Risiko-Profilierung.
- Zugang zu Anlageprodukten, die nicht öffentlich vertrieben werden (Private Equity, Hedge Funds).
- Steuer- und Nachfolgeberatung, oft in Kooperation mit Anwaltskanzleien.
Was du dafür zahlst
Private Banking ist nicht umsonst. Üblich sind All-in-Gebühren von 0,8 bis 1,5 Prozent des betreuten Vermögens pro Jahr, je nach Bank und Volumen. Bei 1 Million Euro Vermögen sind das 8.000 bis 15.000 Euro jährlich. Wer einen Großteil seines Geldes in passiven ETF-Strategien hält, fährt mit einem Robo-Advisor oder einem klassischen ETF-Portfolio über Trade Republic oder Scalable für 0,1 bis 0,3 Prozent oft besser.
Welche Banken Private Banking anbieten
In Deutschland sind im Private-Banking-Segment unter anderem Deutsche Bank, Commerzbank, HypoVereinsbank sowie spezialisierte Privatbanken aktiv. Wer einen reinen Online-Anbieter vorzieht, schaut sich Robo-Advisor wie Scalable Wealth, Quirion oder Liqid an.
Lohnt sich Private Banking?
Für klassische Anlagen, die sich gut über ETFs abbilden lassen, lohnt Private Banking selten. Sobald komplexe Themen ins Spiel kommen – Nachfolgeplanung, Immobilien-Portfolio, Beteiligungen –, ist eine gute Beraterin Geld wert. Wichtig: Honorarberatung statt Provisionsberatung wählen, sonst entsteht ein Interessenkonflikt.
Häufige Fragen
Ab welchem Vermögen lohnt Private Banking? +
Klassische Schwelle liegt bei 500.000 bis 1 Million Euro liquidem Vermögen. Unterhalb lohnt sich oft ein günstigerer Premium-Banking-Tarif oder ein Robo-Advisor.
Was kostet Private Banking pro Jahr? +
Üblich sind 0,8 bis 1,5 Prozent des betreuten Vermögens pro Jahr als All-in-Gebühr.
Private Banking oder Robo-Advisor? +
Für passive ETF-Strategien ist ein Robo-Advisor zu 0,1 bis 0,3 Prozent jährlich günstiger. Sobald komplexe Themen wie Nachfolge oder Immobilien ins Spiel kommen, lohnt sich Private Banking.