Die 100.000-Euro-Regel gilt EU-weit
In der gesamten Europäischen Union sind Bankeinlagen durch eine EU-Richtlinie gesetzlich bis 100.000 Euro pro Kundin und Bank geschützt. Diese Grenze gilt in Deutschland genauso wie in Estland, Frankreich oder Spanien. Bei gemeinsamen Konten verdoppelt sich der Betrag entsprechend auf 200.000 Euro. Umfasst sind klassische Einlagen wie Tagesgeld, Festgeld, Spar- und Girokonten.
Das Heimatlandprinzip: entscheidend ist die Lizenz
Wichtig ist, welches Land für die Sicherung zuständig ist. Es gilt das Heimatlandprinzip: Verantwortlich ist der Einlagensicherungsfonds des Landes, in dem die Bank ihre Lizenz hat, nicht das Land, in dem du wohnst. Eröffnest du ein Konto bei einer estnischen Bank, sichert der estnische Fonds deine Einlagen, bei einer französischen Bank der französische Fonds.
Für die Praxis heißt das: Bei einem Top-Zins aus dem Ausland lohnt der Blick auf das Lizenzland und dessen wirtschaftliche Stabilität. In wirtschaftlich soliden EU-Staaten ist der Schutz rechtlich gleichwertig zum deutschen. Der Unterschied liegt weniger im gesetzlichen Rahmen als in der Frage, wie leistungsfähig der nationale Fonds im Ernstfall ist.
Nationale Systeme im Vergleich
Alle EU-Fonds sichern dieselben 100.000 Euro, unterscheiden sich aber in Größe und Historie. Deutschland hat neben der gesetzlichen Sicherung freiwillige Systeme wie den Einlagensicherungsfonds des Bankenverbands oder die genossenschaftliche Sicherungseinrichtung des BVR, die über die 100.000 Euro hinausgehen. Solche freiwilligen Aufstockungen gibt es im Ausland seltener. Wer also mehr als 100.000 Euro anlegt, ist bei einer deutschen Bank mit freiwilliger Zusatzsicherung im Vorteil, oder verteilt größere Summen ohnehin auf mehrere Banken.
Beispiele aus dem aktuellen Vergleich
Bigbank hat eine estnische Vollbanklizenz, die Einlagen sind über den estnischen Einlagensicherungsfonds geschützt. Die Stellantis Direktbank wird über die Opel Bank S.A. mit französischer Lizenz betrieben, hier greift der französische Fonds FGDR. Ein Klassiker mit spanischer Sicherung ist Openbank aus der Santander-Gruppe. Alle drei bewegen sich in stabilen EU-Kernländern, was den Schutz praktisch gleichwertig zum deutschen macht.
Worauf du achten solltest
Prüfe erstens das Lizenzland und ob es wirtschaftlich stabil ist. Bleibe zweitens je Bank unter der 100.000-Euro-Grenze und verteile größere Beträge auf mehrere Institute. Achte drittens darauf, dass es sich um eine echte Bank mit eigener Lizenz handelt und nicht nur um einen Vermittler. Wer diese drei Punkte beachtet, kann Zinsangebote aus dem EU-Ausland bedenkenlos nutzen. Wie du die passende Laufzeit dazu wählst, steht im Festgeld-Vergleich.
Häufige Fragen
Ist mein Geld bei einer EU-Auslandsbank genauso sicher? +
Rechtlich ja: Innerhalb der EU sind überall 100.000 Euro pro Kundin und Bank gesetzlich geschützt. Zuständig ist der Fonds des Lizenzlandes. In wirtschaftlich stabilen EU-Staaten ist das praktisch gleichwertig zum deutschen Schutz.
Was ist das Heimatlandprinzip? +
Für die Einlagensicherung ist das Land zuständig, in dem die Bank ihre Lizenz hat, nicht dein Wohnsitzland. Bei einer estnischen Bank sichert der estnische Fonds, bei einer französischen der französische.
Was, wenn ich mehr als 100.000 Euro habe? +
Verteile den Betrag auf mehrere Banken, damit überall die volle Sicherung greift. Deutsche Banken bieten teils freiwillige Zusatzsysteme über die 100.000 Euro hinaus, im Ausland ist das seltener.