Zocken um jeden Preis?

Bankkunden in Deutschland haben die Jagd der Großbanken nach Profit satt, so Mathias Irminger Sonne in der dänischen Zeitung „Kristeligt Dagblad“.

Seit der Finanzkrise herrscht europaweit Verunsicherung. Vor allem eins ist geblieben: Ein großes Misstrauen gegenüber Banken.

Speziell in Deutschland hat das dazu geführt, dass ethisch ausgerichtete Banken wie die 1974 gegründete westdeutsche Bank „Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken“ (GLS Bank), die EthikBank aus Eisenberg oder die UmweltBank AG aus Nürnberg Rückenwind bekommen haben.

Im Zuge der Öko-Welle sind viele deutsche Verbraucher mehr als zuvor bereit ein paar Euro extra für Lebensmittel auszugeben, wenn diese Produkte nachhaltig, fair und ökologisch produziert wurden. Was aber nutzt das, wenn man an der Kasse mit einer Kreditkarte bezahlt, bei der die dahinterstehende Bank nicht nachhaltig und fair handelt? Wenn die Bank konsequent nur den höchsten Gewinn vor Augen hat und das Geld der Bankkunden in Kinderarbeit, Waffenhandel oder Atomenergie investiert?

Diesen Widerspruch hinterfragen mittlerweile viele Bankkunden. Eine Abwanderung von Großbanken zu kleineren Banken ist belegt. Alleine die Zahlen der GLS Bank sprechen für sich: In Jahr 2011 verzeichnete diese einen Kundenzuwachs von etwa 2.300 im Monat – das entspricht insgesamt einem Zuwachs von rund 30 Prozent.

Quelle: Kristeligt Dagblad, Montag 13. August, 2012

[Donnerstag 06. September 2012, 09:09]