Wann gelten Geldanlagen mündelsicher?

Per Definition gelten Vermögensanlagen dann als mündelsicher, wenn ein Wertverlust der Anlage praktisch ausgeschlossen ist, so Daniela Bergholt, Rechtanwältin.

Wenn ein Betreuer Geld anlegt, hat der Vormund heutzutage ein schweres Los, denn dies muss grundsätzlich mündelsicher erfolgen. Mündelsicherheit bedeutet, dass die Geldanlage davor geschützt ist, dass durch Insolvenz des kontoführenden Institutes ein Verlustrisiko eintritt (Einlagensicherungsfonds).

Mündelsichere Anlageformen sind in § 1807 BGB genannt, wobei heutzutage hauptsächlich öffentliche Anlagen (z.B. Bundesschatzbriefe) und festverzinsliche Anlagen bei Banken und Sparkassen gemeint sind.

Wenn man jedoch die Entwicklung der Bundes- und Länderanleihen betrachtet, die heute als mündelsicher gelten, muss man diesen Sicherheitsanspruch überdenken, meint Bergholt. Denn gerade diese Anlagen haben in den letzen Jahren Verluste eingefahren – wenn keinen Kapitalverlust, so doch einen realen Wertverlust, da die Verzinsung den Kaufkraftschwung nicht auffängt.

Die klassischen Sparbücher und Tagesgeldkonten gehören zu den mündelsicheren Anlageformen. Aktien gelten nicht als mündelsicher.

Quelle: Münchner Merkur. Freitag, 28. August 2015. Von Daniela Bergholt, Rechtsanwältin
https://de.wikipedia.org/wiki/Mündelgeld

[Montag 31. August 2015, 22:26]