Verbraucherschutz „light“ statt Provisionsverbot

In dieser Woche wird das Kabinett neue Regelungen zum Schutz von Bankkunden beschließen. Verbraucher müssen in Zukunft seitens der Bank besser über Provisionen informiert werden. Des Weiteren wird der Beruf des Honorarberaters geregelt.

Dass diese Änderungen reichen, bezweifelt Hannah Wilhelm, Süddeutsche Zeitung. Denn die neuen Regelungen ändern kaum etwas daran, dass Banker mit großer Wahrscheinlichkeit nicht das beste Produkt empfehlen, sondern das, wofür sie die größten Provisionen kassieren können. So müssen sich Bankkunden noch immer selbst schlau machen. Das aber überfordert viele Normalbürger.

In Großbritannien und den Niederlanden geht man ab dem 1. Januar 2013 einen anderen Weg: In der Erkenntnis, dass die Anleger ihr Vertrauen in Banken verloren haben, setzt man im europäischen Ausland auf ein Provisionsverbot. Dort sollen Verbraucher Bankern nun ein Honorar für ihre Beratung bezahlen. Hierdurch ist der Banker eher den Interessen der Anleger verpflichtet als denen der Gesellschaften, die Produkte verkaufen.

Quelle: Süddeutsche Zeitung, Montag, 17. Dezember, 2012

[Dienstag 18. Dezember 2012, 08:08]