Verbotene Bankgebühren? Eine Übersicht

Ein- oder Auszahlungen:

Geld auf eigenes Konto einzuzahlen oder abzuheben, sollte in Normalfall kostenlos sein. Ist vereinbart, dass jede Buchung extra von der Bank abgerechnet wird und mindestens fünf Buchungen im Monat kostenlos sind, dürfen weitere Gebühren verlangt werden.

Kontoauszüge:

Jedem Bankkunden steht zu, sich kostenlos über den eigenen Kontostand zu informieren. Ist eine Auskunft am Schalter nicht möglich, muss ein Auszugdrucker zur Verfügung stehen. Laut der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen dürfen jedoch Banken, die Kontoauszüge per Post zustellen, für diesen Sonderservice Geld kassieren.

Bankautomaten:

Üblicherweise ist das Abheben vom Bargeld an einem Bankautomaten der kontoführenden Bank kostenlos. Grundsätzlich ist es aber erlaubt, dafür ein Entgelt zu berechnen. Die Gebühr muss jedoch vorher angezeigt werden. Eine rechtliche Gebührenobergrenze gibt es nicht.

Lastschriftrückgabe:

Lehnt eine Bank die Einlösung von Lastschriften, Daueraufträgen oder Überweisungen ab, weil das Konto nicht gedeckt ist, wird das Institut im eigenen Sicherheitsinteresse tätig, so die Stiftung Warentest. Die Bank darf allerdings dafür keine Gebühren berechnen. Für die Benachrichtigung über die Nichtausführung darf die Bank ebenso kein Geld verlangen. Erfinderische Banken, die dies in „Schadenersatz“ umbenennen, dürfen mehreren BGH-Entscheidungen zufolge auch kein Geld verlangen (Az.: XI ZR 5/97, XI ZR 296/96, XI ZR 197/00 und XI ZR 154/04).

Am 11.03.2014 aktualisiert.
ACHTUNG Änderung! „Bis zu zwei, drei Euro verlangen Geldhäuser für die Information über nicht eingelöste Sepa-Lastschriften, wenn nicht genug Geld auf dem Konto war – für nichts weiter als einen Brief”, so S.Z. “Eigentlich hatte der Bundesgerichtshof (BGH) diese Bankgebühr 2012 verboten. Aber die Sepa-Regeln für Europa haben die Entscheidung ausgehebelt“, sagt Frank-Christian Pauli, Bankenexperte beim Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv).

Quelle: www.sueddeutsche.de/geld/unnoetige-bankgebuehren

Kontoauflösung:

Laut welt.de dürfen Bankkunden ein Girokonto ohne Angabe von Gründen und ohne Kündigungsfrist auflösen. Das Geldinstitut darf für eine Kontoauflösung keine Gebühren verlangen. Laut Stiftung Warentest gilt dies auch für die fristgerechte Kündigung eines Sparvertrages.

Darlehenskonto:

Wenn eine Bank ein Darlehen vergibt und hierfür ein eigenes Konto eröffnet, darf das Institut dafür keine Gebühr berechnen. Laut der Verbraucherzentrale Sachsen deshalb nicht, weil die Führung des Kontos in diesem Fall allein im Interesse der Bank liegt. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat ebenso entschieden (Az.: XI ZR 388/10).

Kreditkarte:

Gibt ein Bankkunde seine Kreditkarte vor dem Ende der vereinbarten Laufzeit zurück, muss er für die restliche Zeit nichts bezahlen. Der Kunde kann von der Bank zudem den Jahresbetrag anteilig zurückfordern. Laut dem Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main gilt das auch für die Bankkundenkarte (Az.: 1 U 108/99). Laut welt.de darf das Geldinstitut nach dem Verlust oder der Beschädigung einer Kreditkarte nicht in jedem Fall für eine Ersatzkarte Gebühren berechnen. Ist die Bank selbst für den Verlust verantwortlich, muss die Ersatzkarte kostenlos sein. Gerichtsurteile: Das OLG Celle (Az.: 13 U 186/99) und das Landgericht Frankfurt (Az.: 2/2 O 46/99).

Erbe und Nachlass:

Laut welt.de muss die Bank dem Finanzamt kostenlos den Kontostand des Verstorbenen mitteilen. Das Umschreiben eines Kontos auf den Namen des Erben muss kostenlos sein. Ein Honorar darf das Institut nur dann verlangen, wenn der Erbe beraten werden möchte, wie er das geerbte Geld anlegen kann. Urteile der Landgerichte in Frankfurt (Az.: 2/2 O 46/99) und Dortmund (Az.: 8 O 57/01).

Quelle: Anne Kunz, www.welt.de. Dienstag, 17. Dezember, 2013

[Montag 06. Januar 2014, 12:59]