Überhöhte Vorfälligkeitsentschädigung

Der vorzeitige Ausstieg aus einem Baudarlehen hat sich gravierend verteuert. Gerade in die Niedrigzinsphase kassieren die Geldinstitute heute bis zu 3 Mal so hohe Ablösesummen wie im Jahr 2009, so die Bremer Verbraucherzentrale. In 40 % der von den Bremern untersuchten 3000 Fälle verlangten die Banken eine mindestens 10 % überhöhte Summe. Jede achte Schadensersatz-Berechnung war um mehr als 30 % zu hoch.

Grundsätzlich gilt, dass sich eine Bank an der vorzeitigen Darlehensrückzahlung nicht bereichern darf. Geldhäuser dürfen lediglich einen Ausgleich dafür verlangen, dass sie das Geld nicht mehr zu dem Zinssatz anlegen kann, den sie während der Restlaufzeit bekommen hätte.

Wer eine überteuerte Vorfälligkeitsentschädigung erhält, so die Empfehlung der Verbraucherzentrale, sollte diese von einem Profi überprüfen lassen. Denn kaum eine Laie kann beurteilen, ob die Bank korrekt gerechnet hat. „Auf eine zusätzliche Überprüfung können Verbraucher notfalls pochen, wie der Bundesgerichtshof Ende 2004 entschied (Aktenzeichen: XI ZR 285/03). Selbst wenn die Ablöse geflossen ist, können Ex-Kunden noch eine neue Abrechnung verlangen“, so Süddeutsche Zeitung. Achtung: Kundenansprüche verjähren nach drei Jahren!

Quelle: Süddeutsche Zeitung, Montag, 4. November, 2013.

[Montag 04. November 2013, 19:10]