Überhöhte Dispo-Zinsen

Was Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) am Donnerstag verkündete, ist für Bankkunden keine Überraschung: In Deutschland werden überhöhte Dispo-Zinsen verlangt.

Laut einer Studie des Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und des Instituts für Finanzdienstleistungen werden diese von Banken oftmals mit „hohen Kosten für die Abwicklung der Kredite – und mit dem vermeintlich großen Ausfallrisiko“ erklärt.

Die Studie aber zeige, dass beides nicht stimmt, so spiegel.de. Denn die Ausfallquote der Dispokredite ist mit durchschnittlich 0,3 Prozent außerordentlich niedrig – bei normalen Konsumentenkrediten liegt sie bei 2,5 Prozent. Noch dazu hat sich der Bearbeitungs- und Verwaltungsaufwand für die Kredite, so die Forscher, in den letzten Jahren nicht erhöht.

Verbraucherschützer fordern seit langem eine gesetzliche Obergrenze für Dispo-Zinsen. Laut einer Erhebung der Stiftung Warentest könnten Banken auch mit einem Zinssatz von zehn Prozent profitabel arbeiten.

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner will dennoch keine gesetzliche Obergrenze. Sie setzt auf mehr Wettbewerb. Banken und Sparkassen fordert sie auf, für “faire Konditionen und volle Transparenz” zu sorgen, so tagesschau.de. In Zeiten, in denen sich Banken selbst billig Geld leihen können, sei nicht vermittelbar, dass ihre Kunden bei Dispo-Zinsen übermäßig zu Kasse gebeten werden, so die Ministerin.

Quelle: spiegel.de, tagesschau.de, Reuters

[Donnerstag 19. Juli 2012, 10:13]