Tatort Kaufhaus: EC-Karten-Diebstähle nehmen zu.

Aktuelle Daten der zentralen Organisation deutscher Banken und Sparkassen „Euro Kartensysteme“ zeigen einerseits einen Rückgang beim Skimming-Betrug, andererseits aber einen Anstieg der Diebstähle von EC-Karten.

Kriminelle Banden haben ihre Diebestouren dabei zunehmend auf stark besuchte Plätze verlegt, zum Beispiel in Kaufhäuser. So wird jede fünfte EC-Karte in einem Geschäft gestohlen. An zweiter Stelle folgen Diebstähle aus dem Auto.

In den meisten Fällen heben die Täter mit den entwendeten Karten schon kurz nach dem Diebstahl Bargeld ab. Das deutet leider daraufhin, dass viele Bankkunden immer noch den Fehler begehen, die PIN auf einem Zettel zusammen mit der Geldkarte zu verwahren. Auch die Handtasche mit der EC-Karte im Auto liegen zu lassen, sollte unbedingt vermieden werden. Denn in beiden Fällen hat man vor Gericht schlechte Aussichten auf Erfolg: Die Bank kann sich auf grobe Fahrlässigkeit berufen und ersetzt den entstandenen Schaden nicht.

Allgemein sind EC-Karten durch einen zusätzlichen Chip sicherer geworden. Mit diesem können Geldautomaten nun kopierte Karten erkennen. Aber auch die Trickbetrüger schlafen nicht: Beim Ausspähen von PIN-Codes durch Kameras werden sie immer einfallsreicher, zum Beispiel mit in Rauchmeldern versteckten Kameras an der Decke. Hier stehen die Chancen für den Bankkunden jedoch besser, das Geld zurück zu bekommen. Es handelt sich nämlich um systematische Manipulation, daher übernimmt die Bank in der Regel den entstandenen Schaden.

Aber sicher ist sicher. Um Skimming zu vermeiden, hilft immer noch das einfachste Mittel: Handauflegen – also beim Eingeben der PIN die Tastatur mit der Hand verdecken.

Quelle: Süddeutsche Zeitung. Mittwoch, 14. November 2012

[Mittwoch 14. November 2012, 22:10]