Schwarzbuch: Die Tricks der Banken

Koste es, was es wolle – aber den Bankkunden, schreibt Stuttgarter-Nachrichten.de. So kann das “Schwarzbuch Banken und Finanzvertriebe” der Verbraucherzentrale NRW zusammengefasst werden. Das Buch führt auf, wie die Branche ihre Kunden systematisch austrickst und wie wenig deutsche Banken seit der Finanzkrise gelernt haben, so Das Handelsblatt.

Bis zu 30 Milliarden Euro sollen deutsche Anleger jedes Jahr durch fehlerhafte Beratung verlieren, schätzen die Verbraucherschützer. Da hilft nur eins: selbst schlau machen. Die Verbraucherzentrale warnt vor Lockangebote der Banken. Wer mit einem Nulltarif wirbt, profitiert oft doppelt. Das liegt wie so oft am Kleingedruckten. Denn wenn es um Kosten geht, sind die Finanzdienstleister kreativ. Leistungen, die eigentlich als Standard gelten, entpuppen sich als gebührenpflichtig. Angeblich kostenlose Produkte sind so teilweise doch nicht zum Nulltarif zu haben, weil ein im Vertrag versteckten Kriterium nicht erfüllt ist. Oftmals bedarf es einer rechnerischen Hochleistung der Bankkunden, um die Gesamtkosten eines Produktes herauszufinden, so die Verbraucherzentrale NRW.

Im Kapitel „Kick-back-Zahlungen: heimlich kassiert“ berichten die Verbraucherschützer außerdem von verdeckten Provisionen (Kick-back-Zahlungen), die von Investmentgesellschaften und Brokern an Banken gezahlt werden. Oft sind Banken und Sparkassen nicht gewillt, Kunden über diesen Sachverhalt Auskunft zu geben. Der Verdacht liegt nahe, dass Geldinstitute in erster Linie an ihrem eigenen Profit und weniger am Anlageerfolg ihrer Kunden interessiert sind. Hier weisen die Autoren des Buches auf ein Urteil des Karlsruher Landgerichts hin. Anleger haben demnach die Möglichkeit, die Bank zur Offenlegung der aktuellen und in der Vergangenheit kassierten Provisionen zu zwingen. (Urteil vom 22.10.2010, Az. 5 O 229/10).

Quelle: Stuttgarter-Nachrichten.de, 24.09.2012
wdr.de, 02.10.2012
Handelsblatt.com, 24.09.2012
Schwarzbuch Banken und Finanzvertriebe. So schützen Sie sich vor fiesen Tricks.
Verbraucherzentrale NRW. 1. Auflage 2012

[Donnerstag 25. Oktober 2012, 20:39]