„SCHUFA-frei“? Abzocke statt Kredit

Viele Kunden, die keinen regulären Kredit von Banken erhalten, suchen nach Alternativen. Verlockend klingt hierbei das Versprechen von “SCHUFA-freien” Krediten. Denn hier sind auch Kredit-Anfragen von Menschen in finanziellen Schwierigkeiten willkommen. Schnell und unbürokratisch soll die Darlehensvergabe sein. Eher unseriös und oft sogar mit betrügerischen Geschäftspraktiken kommt der Wahrheit aber näher. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der SCHUFA in Auftrag gegebene Studie.

Rund 400.000 Menschen jährlich werden demnach Opfer der unseriösen Versprechen der „SCHUFA-freien“ Kredite. Bei 177 Testanfragen an 69 Anbieter wäre es in nur zwei Fällen tatsächlich zu einer Kreditvergabe gekommen – dann aber mit nahezu sittenwidrigen 25 Prozent Jahreszins. Das entspricht einer Vermittlungsquote von knapp einem Prozent, so die Autoren der Untersuchung, Schuldnerberater Christian Maltry und Prof. Dr. Hugo Grote von der Fachhochschule Koblenz.

Geld verdienen die Anbieter mit Gebühren: Vorabgebühren, Schnellbearbeitungsgebühren, Wirtschaftsberatungsverträge oder Gebühren für Auslegeerstattung oder Hausbesuche, so Maltry. Werden die Gebühren nicht bezahlt, werde mit Inkassounternehmen, also Schuldeneintreibern, gedroht.

Der Wirtschaftsjurist Hugo Grote bringt das Geschäftsmodell auf einen Punkt: Es geht darum, bei Menschen zu kassieren, die ohnehin in Notsituationen sind. Die Kreditvermittler nutzen dabei einen Gesetzes-Paragrafen, der bei der Kreditvermittlung die Erstattung von Auslagen erlaube – in dieser Auslegung aber handele es sich eindeutig um Betrug , so Grote.

Quelle: SCHUFA Holding AG. Studie “SCHUFA-freie” Kredite: Abzocke statt Kredit. Montag, 29.10.2012
dpa, Montag, 29.10.2012

[Dienstag 06. November 2012, 23:11]