Offshore-Leaks

Investigative Journalisten entschlüsseln weltweit zugespielte Festplatte über Finanzdienst-leister in Steueroasen.

In Deutschland arbeiten Journalisten der Süddeutschen Zeitung und des NDR mit an der Auswertung von 260 Gigabyte einer Festplatte. Ein Datenhaufen der etwa 500 000 Ausgaben der Bibel entspricht.

Zum ersten Mal wird öffentlich gemacht, wie das Offshore-Geschäftsmodell funktioniert und wer die Strippen zieht. Hier steht der Vorwurf im Raum, dass auch deutsche Banken mit diesen Firmenkonstruktionen ihren Bankkunden behilflich sind. Die Nichtregierungsorganisation Tax Justice Network schätzt, dass ein Drittel des weltweiten Vermögens in Steueroasen liegt. In der EU geht man davon aus, dass jährlich eine Billion Euro an Steuereinnahmen durch Steuerhinterziehung und – umgehung verloren gehen.

Nicht alles was amoralisch ist, ist verboten. Auch Geld verdienen alleine ist nicht anrüchig. Teilweise sind die Geschäftspraktiken sogar legal. Was dagegen verboten ist und bleiben muss ist, dem Staat vorzuenthalten, was ihm zusteht. Steuern zu hinterziehen ist ein Gesetzesverstoß.

Quelle: Bastian Brinkmann, Süddeutsche Zeitung, Donnerstag, 4. April 2013. Heribert Prantl, Süddeutsche Zeitung, Freitag, 5. April, 2013. Marc Beise und Guido Bohsem, Süddeutsche Zeitung, Samstag/Sonntag, 6./7. April, 2013

[Sonntag 07. April 2013, 20:08]