LEO – Leicht erreichbare Opfer

Was im Bankenjargon lustig klingen mag, ist alles andere als komisch. Besonders für die Bankkunden, die als solche bezeichnet werden. Hierüber hat die Fernsehsendung ARD-Ratgeber berichtet.

Spaß? Schon im November 2010 sorgten Recherchen von NDR Info für Aufruhr, als der Kanal des Norddeutschen Rundfunks berichtete, dass die Hamburger Sparkasse (Haspa) psychologische Profile anwendete, um effektiver Bankprodukte zu verkaufen. Demnach hatte das Geldinstitut seine Kunden nach sieben verschiedenen Typen – von Hedonisten über ängstliche Bewahrer, freiheitssuchende Abenteurer bis zu machtbewussten Performern – eingeteilt. Angeblich wurden Bankmitarbeiter geschult, mithilfe treffender Worte entweder vorsichtige Menschen einzuschüchtern oder Leistungsträger zu umgarnen, um Versicherungen oder Aktien verkaufen zu können. 

Das Ziel dieser Methode ist vor allem, das Unterbewusstsein von Kunden anzusprechen, um sie so zu emotionalen Kaufentscheidungen zu bewegen. Problematisch, meinen Verbraucherschützer und weisen darauf hin, dass Neuromarketing in seiner reinen Form in Deutschland verboten ist.

NDR Info gegenüber erklärte die Haspa, lediglich das Ziel zu verfolgen, die unterschiedlichen Serviceansprüche und Wünsche der Kunden berücksichtigen zu wollen. Die Verbraucherzentrale Hamburg vermutet andere Beweggründe, nämlich das Vertrauen der Kunden zu erschleichen, um höhere Profite zu erzielen, statt für ihre Kunden das passende Produkt zu finden.

Quelle: Fernsehsendung ARD-Ratgeber, 28. Juli 2012. NDR Info, 4. November, 2010. Süddeutsche Zeitung, 8. November, 2010

[Montag 13. August 2012, 01:01]