Keine neuen Bundesschatzbriefe ab 2013

Ab 2013 wird es keine neuen Bundesschatzbriefe mehr geben.

Seit 1969 Bundesschatzbriefe als erste Geldanlage des Staates für die Bevölkerung angeboten werden, haben laut der Süddeutschen Zeitung ca. 330.000 Deutsche ein Konto bei der Finanzagentur des Bundes angelegt, über das sie die Wertpapiere des Staates kostenfrei kaufen und verwalten lassen können. Gerade bei privaten Kleinanlegern mit Bedacht auf Sicherheit sind Bundesschatzbriefe sehr beliebt.

Dass das Bundesfinanzministerium dieses Anlageprodukt nun zum Auslaufmodell erklärt, hängt mit den Verlusten, die der Bund durch das Geschäft mit den Privatkunden einfährt, zusammen. Die roten Zahlen werden durch die rückläufige Nachfrage nach Bundesschatzbriefen begründet. Die sinkende Nachfrage der Anleger wiederum liegt daran, dass Anleger für sie so gut wie keine Zinsen erhalten.

Kritik an der Abschaffung kommt von Seiten der Verbraucherzentrale NRW. Diese bemängelt, dass vielen Anleger die Möglichkeit der sicheren Geldanlage in Bundesschatzbriefe genommen wird. Die parlamentarische Opposition wirft Bundesfinanzminister Schäuble außerdem vor, die Kreditaufnahme Deutschlands hierdurch komplett von den Launen des Kapitalmarkts abhängig zu machen.

Dennoch: ganz verschwinden werden Bundespapiere ab 2013 nicht. Denn Anleger können nach wie vor über ihre Hausbank Bundesanleihen kaufen. Nur ist dafür nun ein gebührenpflichtiges Depot bei einer Bank nötig.

Auch werde für den Kauf von Bundesanleihen oft ein Entgelt fällig, so die Süddeutsche Zeitung. Dass Banken die Staatspapiere allerdings überhaupt anbieten werden, ist unwahrscheinlich, so die Verbraucherzentrale NRW. Wahrscheinlicher sei, dass sie Ihren Kunden in Zukunft eher bankeigene Produkte anbieten werden. „Gut möglich, dass dann erheblich höhere Risiken im Depot liegen – obwohl der Verbraucher das nicht wollte“, so Annabel Oelmann, Verbraucherzentrale NRW.

Quelle: Süddeutsche Zeitung. Wirtschaft, Mittwoch 4. Juli, 2012

[Freitag 06. Juli 2012, 13:43]