Freiberufler. Bankkunden zweiter Klasse

Rund zweieinhalb Millionen Menschen arbeiten als Freiberufler in Deutschland. Sie arbeiten auf eigene Rechnung und ohne Angestellte. Etwa ein Drittel verdiente im Jahr 2012 brutto nur 8,50 Euro oder sogar weniger in der Stunde – nicht gerade des Bankers Liebling.

Viele Freiberufler wie IT-Spezialisten haben große Probleme, bei ihrer Bank einen Dispo- oder Konsumkredit zu bekommen, so Gunter Haake, Geschäftsführer der Ver.di-Selbständigenberatung Mediafon. In vielen bekommen Freiberufler – wenn überhaupt – ein teures Geschäftskonto aufgezwungen. Andere Einzelkämpfer berichten, dass ihr Dispokredit über Nacht gekündigt wurde. Laut Spiegel.de hat der Deutsche Anwaltsverein beobachtet, dass die Institute sogar bei der Kreditvergabe an freiberufliche Anwälte kritischer als noch vor Jahren sind.

KarriereSPIEGEL fragte bei zwei Dutzend Banken an, welche Konten sie Ein-Mann-Betrieben anbieten. Einige Geldinstitute, wie die Sparda Banken in München und Nürnberg, akzeptieren gar keine Freiberufler. Die Mehrheit der angefragten Sparkassen, Genossenschafts- und Privatbanken bieten zumindest kostenpflichtige Konten an.

Die HypoVereinsbank etwa verlangt für ein Geschäftskonto zwischen fünf und 30 Euro im Monat. Je nach Kontotyp kommen drei Cent bis 2,50 Euro für Buchungsentgelte hinzu. Nur selten bieten Banken wie die DKB bestimmten Gruppen von Freiberuflern, wie Steuerberatern, kostenlose Geschäftskonten an.

Quelle: Tobias Lill, www.spiegel.de/karriere, Donnerstag 13. Februar, 2014

[Mittwoch 19. Februar 2014, 13:53]