Falschberatung: Forderung nach gesetzlichem Provisionsverbot

Nach wie vor werden Verbrauchern ungeeignete und teure Finanzprodukte verkauft, weil der Verkauf dieser Produkte für Banken und Finanzvermittler lukrativ ist, erklärt Dorothea Mohn, Leiterin des Teams Finanzen beim Verbraucherzentrale Bundesverband. So aber können Sparen und Altersvorsorge nicht funktionieren. Nur ein Provisionsverbot kann Verbraucher gegen Falschberatung wirklich schützen, lautet die Forderung.

Insbesondere die Beratungsprotokolle sehen die Verbraucherschützer kritisch. Demnach werden die Protokolle nicht zum Nutzen der Verbraucher geführt. Weder ist der Beratungsverlauf nachvollziehbar, noch unterstützen sie die Qualität der Anlageberatung. Vielmehr scheinen die Anbieter die Protokolle zu missbrauchen, um sich von der Haftung gegenüber Kunden zu befreien.

Eine Trennung von Beratung und Verkauf sei daher notwendig. Da Geldinstitute und Finanzvermittler vom jetztigen Provisionssystem deutlich profitieren und Provisionen weiterhin versteckt werden können, habe die honorarbasierte Finanzberatung kaum eine Chance. Ohne ein gesetzliches Verbot von Provisionen wird die Honorarberatung nicht über ein Nischendasein am Markt hinauskommen, so Mohn. Als Vorbild nennt sie Großbritannien und die Niederlande.

Quelle:
http://www.vzbv.de/meldung/sieben-jahre-nach-lehman-pleite-provisionsverbot-ueberfaellig
Freitag 11. September 2015 > Onlinemeldung

[Mittwoch 16. September 2015, 11:40]