Europäische Einlagensicherung: Wie deutsche Sparer haften

Die EU-Kommission will ab 2017 schrittweise eine einheitliche Absicherung von Bankeinlagen in Europa etablieren. Bis 2024 soll eine europaweite Einlagensicherung aufgebaut werden. Auch alle deutschen Banken müssen mitwirken. Weiterhin sollen Spareinlagen bis zu 100.000 Euro in Europa geschützt sein, heißt es aus Brüssel.

Die Bundesregierung und die deutschen Banken lehnen jedoch die EU-Pläne zur Einlagensicherung ab. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) kritisiert, dass der EU-Vorschlag falsche Anreize zur Vergemeinschaftung von Risiken setze, anstatt – wie von der Bundesregierung gefordert – Risiken zu reduzieren.

Für Lisa Nienhaus (FAZ) ist nicht einmal ein Sparbuch mehr sicher. Kommt die europäische Einlagensicherung, schreibt sie, bedeutet das, dass nicht nur die komplette gesetzliche Einlagensicherung Deutschlands, sondern ganz Europas in einen Topf geworfen werden. „Der Topf wäre dann zwar viel größer, befüllt mit vielen Milliarden. Doch für den deutschen Sparer würde die Lage dadurch unsicherer. Denn der Topf müsste für wesentlich mehr Risiken aufkommen. Geht man davon aus, dass es in Europa außerhalb Deutschlands noch einige marode Banken gibt – etwa in Griechenland oder Italien –, dann kann der Topf schnell leer werden,“ so Nienhaus.

Quelle:
http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/sparen-und-geld-anlegen/deutsche-einlagensicherung-selbst-ein-sparbuch-ist-nicht-sicher-13937441.html Sonntag, 29. November 2015. Von Lisa Nienhaus

http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/sparen-und-geld-anlegen/eu-kommission-legt-plaene-fuer-einheitliche-einlagensicherung-vor-13929548.html Dienstag, 24. November 2015

[Mittwoch 02. Dezember 2015, 12:57]