Etikettenschwindel: Produktinformation der Umweltbank für Genussscheine

Produktinformationen zu einem Wertpapier müssen eindeutig und ausgewogen sein. Demzufolge dürfen Banken nicht einseitig Vorteile von risikobehaftete Kapitalanlagen hervorheben und damit die Risiken der Geldanlage verharmlosen. So folgt das OLG Nürnberg der Argumentation einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gegen die Umweltbank.

Es reicht nicht aus, so das Gericht, im Internet auf Prospekte oder andere Dokumente zu verlinken, in denen die Risiken ausführlich aufklären werden.

Im konkreten Fall hatte die Umweltbank auf ihrer Internetseite Genussscheine eines niedersächsischen Solarparks zum Nennwert von 6 Millionen Euro angeboten. Über die Risiken informierte die Bank nur äußerst kurz und allgemein. „Höheren Ertragschancen stehen höhere Risiken gegenüber; Totalverlust weniger wahrscheinlich“, hieß es dort.

Aus dem Werbetext geht zudem nicht deutlich hervor, dass die Genussscheine keiner Einlagensicherung unterliegen. Das bedeutet, dass bei Insolvenz des Solarparks ein Totalverlust droht. Außerdem: „Bei der Verzinsung fehle der Hinweis auf das Risiko von Kursverlusten bei steigendem Zinsniveau auf dem Kapitalmarkt“, so Dorothea Mohn, Leiterin des Teams Finanzen im vzbv.

Quelle: www.vzbv.de, Donnerstag, 8 Mai, 2014

[Dienstag 13. Mai 2014, 12:10]