Ende des Bargelds. Furcht vor bargeldlosem Bezahlen

In zehn Jahren werde es keinen Bedarf mehr für Münzen und Scheine geben, so verkündete John Cryan, der Chef der Deutschen Bank, auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Sie seien “unglaublich ineffizient und teuer”. Bares werde durch elektronische Zahlungsmittel ersetzt. Dafür gäbe es genug verlässliche Technologien, so Cryan.

Gerade in diesen Wochen jedoch läuft die wohl größte Umtausch-Aktion für Kreditkarten, die es in Deutschland je gegeben hat. Mehr als 100 000 Karten der Anbieter Visa und Mastercard müssen aus Sicherheitsgründen vorsorglich eingezogen werden, weil bei einem Dienstleister Daten geklaut wurden.

Der Fall stärkt nicht gerade das Vertrauen der Bundesbürger in das bargeldlose Bezahlen, so Harald Freiberger in einem Kommentar in der Süddeutsche Zeitung. Wenn Banken zehntausenden Bankkunden ihre Kreditkarte sperren lassen müssen und es bei manchen Wochen gedauert hat, bis die neue Karte ankam, so dürften die Betroffenen froh gewesen sein, dass es immer noch Bargeld gibt.

Quelle:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/austausch-von-kreditkarten-das-ende-des-bargelds-muss-verschoben-werden-1.2827980
Donnerstag, 21. Januar 2016. Von Harald Freiberger

[Dienstag 26. Januar 2016, 13:33]