Deckelung von Dispozinsen von Bundesrat abgelehnt

Ein Vorschlag der Länder Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg und Sachsen-Anhalt, eine gesetzliche Deckelung der Überziehungszinsen bei Girokonten einzuführen, ist im Bundesrat gescheitert. Die Gegner des Gesetzes setzen auf eine freiwillige Regelung der Banken.

Die Abzocke mit horrenden Überziehungszinsen müsse aufhören, fordert hingegen der baden-württembergische Verbraucherschutzminister Alexander Bonde (Grüne). Dispo-Zinsen von teilweise über 13 Prozent seien nicht hinnehmbar, wenn Banken sich mit Hilfe der Steuerzahler zu einem Satz von unter 1 Prozent refinanzieren können. Dies belaste besonders die Bankkunden, die ohnehin in Schwierigkeiten stecken, so Bonde.

Als Befürworter einer freiwilligen Regelung zählt Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU). Beim Treffen mit Branchenvertretern und Verbraucherschützern erklärt die deutsche Kreditwirtschaft, dass Dispo-Zinsen in keinem direkten Zusammenhang zum historisch niedrigen EZB-Leitzins von 0,5 Prozent stehen.

Dispo-Kredite seien nur deshalb so teuer, weil sie besonders flexible Kredite seien und daher eine deutlich mehr Aufwand benötigten.

Quelle: Reuters. Handelsblatt.com, 12.10.2012

[Mittwoch 17. Oktober 2012, 20:38]