Baudarlehen. Gebührenfrei kündigen und umschulden.

Mehr als zwei Drittel der Widerrufsbelehrungen in Immobilienkreditvertrag sind offenbar fehlerhaft und damit unwirksam. Denn „ist die Widerrufsbelehrung falsch, startet die Widerrufsfrist nicht“, so Edda Castelló, Expertin bei der Verbraucherzentrale Hamburg. Für viele Bauherren bietet dies den vorzeitigen Ausstieg aus den Kreditvertrag und die Möglichkeit ihren Kredit zu günstigere Zinsen umzuschulden.

Dabei kann man mehrere Tausend Euro sparen. Bisher lohnte sich eine vorzeitige Umschuldung meistens nicht. Für den früheren Austieg berechnete die Bank nämlich die sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung, die den Zinsvorteil mehr als zunichte machte.

Eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung liegt u.a. vor, wenn:

  • in den Belehrungen nicht richtig über den Beginn der Widerrufsfrist informiert wird.
  • keine Adresse für einen wirksamen Widerruf in Textform angeben ist. Ein Telefonanruf reicht nicht aus.
  • die Belehrung nicht deutlich hervorgehoben ist, also mit grafischen Mitteln, etwa fett, im Textteil wiedergegeben wird.

Wichtig: Alle Bauherren, die seit November 2002 einen Kreditvertrag abgeschlossen haben, können ihren Vertrag auf diese Fehler überprüfen. Denn seither schreibt der Gesetzgeber die Widerrufsbelehrung vor.

Die betroffenen Häuslebauer müssen also ihren laufenden Vertrag nicht kündigen, sondern ihn einfach widerrufen. Daraufhin wird das Geschäft rückabgewickelt. Das heißt: Die Kreditsumme zurück bezahlen und „eine Nutzungsentschädigung für die “Benutzung” des Geldes zahlen“, so Die Welt.

Verbraucher, die sich für diesen Weg entscheiden, empfiehlt die Verbraucherzentrale eine anwaltliche Unterstützung. Denn gerade im Falle einer Umschuldung wird die Bank wahrscheinlich nicht anstandslos den Forderungen nachkommen.

Quelle: www.welt.de

[Donnerstag 15. August 2013, 20:08]