Banken im Umbruch. Facebook oder Kreditinstitut 2.0?

Die herkömmliche Bankfiliale verschwindet zunehmend. Laut TNS Infratest geben sechs von zehn Bankkunden als Grund für den Besuch in ihrer Bankfiliale den Gang zum Geldautomaten an. Nur 7 % der Befragten wollen ein Gespräch mit einem Berater.

Ein Umbruch in der Bankenbranche zeichnet sich ab. Dazu gehört auch, so die Statistiken der Bundesbank, dass Geldinstitute immer mehr Filialen schließen. Denn die Kunden haben nicht nur das Vertrauen in ihren Bankberater verloren, sondern können die gängigsten Bankgeschäfte auch im Internet erledigen.

Auf der Ideensuche nach dem Bankgeschäft der Zukunft haben manche Banken Facebook für sich entdeckt. Ein Beispiel: Je mehr „Gefällt mir“- Angaben auf der Facebook-Seite der Bank registriert werden, desto höher steigt den Guthabenzins. Pro 2000 „Likes“ steigt die Verzinsung des Kontos beispielsweise um 0,1%. Ein weiterer Ansatz ist, dem bankeigenen Kunden ein Diskussionsforum für Produkte des Geldinstituts anzubieten.

Aber auch Facebook selbst will den Banken Konkurrenz machen. In Australien wird eine Variante erprobt: Facebook stellt den Marktplatz im Netz und eine Partnerbank die Sicherheitstechnik, mit der Zahlungen an Freunde oder Dritte ermöglicht werden.

Dennoch Netz bleibt bei diesen Modellen ein Restrisiko. Geht etwa ein Smartphone, mit dem Bankgeschäfte erledigt wurden, verloren oder wird nur ein schwaches Passwort gewählt, können andere möglicherweise Zugriff auf Konten erlangen. Eine Art Cyber-Banküberfall.

Quelle: Tagesschau.de, 2012. Süddeutsche Zeitung, Samstag/ Sonntag, 13./14. Oktober 2012

[Montag 15. Oktober 2012, 08:24]