BaFin sammelt Beschwerden über Anlageberater

Beschwert sich ein Bankkunde bei seinem Geldinstitut über einen Anlageberater der Bank, werden diese Beschwerden künftig zentral bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gesammelt. So kann die Finanzaufsicht feststellen, wo sich Beschwerden häufen und sie sogar bestrafen, so Dorothea Mohn, Kapitalmarktexpertin beim Bundesverband der Verbraucherzentralen.

Ab 2013 erhält die BaFin somit mehr Kompetenzen. Sie kann sogar ein Berufsverbot aussprechen. Allerdings erfahren Bankkunden nicht, wie viele Beschwerden über einen Berater eingehen, denn das Register ist nicht öffentlich.

In der Datenbank werden zudem nur Bankberater erfasst, die in Banken tätig sind. Freie Finanzberater werden nicht registriert, weil sie nicht von der BaFin, sondern von den Gewerbeaufsichtsbehörden der Bundesländer kontrolliert werden.

Ein Fehler, kritisiert Sascha Straub von der Verbracherzentrale Bayern. Freie Berater müssen zwar seit 2013 einen Sachkundennachweis erbringen, aber die Gewerbeaufsichtsbehörden haben kaum die nötigen Fachkenntnisse, ihrer Aufgabe nachzugehen. Experten verlangen deshalb eine einheitliche Regelung für die Kontrolle von Finanz- und Anlageberatern.

Quelle: Süddeutsche Zeitung, Samstag/Sonntag, 29./30. Dezember 2012

[Montag 31. Dezember 2012, 13:01]