Anlegerschutz

Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf vorgestellt, der unter anderem strengere Vorgaben für Hedgefonds beinhaltet. Auch Investitionen in offene Immobilienfonds und geschlossene Fonds sollen darin neu geregelt werden. Mit dem Gesetz will Bundesfinanzminister Schäuble (CDU) bis Juli 2013 eine neue EU-Richtlinie umsetzen.

Ziel ist es, Anleger in Zukunft besser gegen riskante Finanzgeschäfte zu schützen. Verbraucherschützer und Anlageanwälte stehen dem Gesetzentwurf dennoch skeptisch gegenüber. Sie kritisieren, dass die Neuauflage offener Immobilienfonds künftig verboten sein soll – deutlich riskantere geschlossene Fonds hingegen nicht.

Der Gesetzentwurf sieht außerdem neue Anlageklassen vor. Anleger dürfen demnach in Immobilien, Schiffe, Flugzeuge und erneuerbare Energien investieren. Fonds, die Filme, Kunst oder Lebensversicherungen finanzieren, soll es aber nicht mehr geben.

Bei Verbraucherschützern stößt dies auf Unverständnis: das Segment werde zwar eingeschränkt, aber nicht abgeschafft. Solche Produkte seien riskant und undurchschaubar und somit für Kleinanleger nicht geeignet. Denn Investoren gehen hierbei eine Beteiligung mit dem Risiko, alles zu verlieren, ein.

Weitere Änderungen wie eine Mindestbeteiligung sind vorgesehen. Anleger sollen sich künftig nur an Ein-Objekt-Fonds beteiligen können, wenn sie mindestens 50.000 Euro investieren. Für Anlageberater nicht nachvollziehbar, denn auch vermögende Anleger sind teilweise unerfahren.

Vorgesehen ist weiterhin eine Kreditbegrenzung für Fondsgesellschaften. So dürfen ihre Projekte nur noch zu maximal 30 Prozent über Kredite finanziert werden. Beim Verband Geschlossene Fonds stößt diese Regelung auf Widerstand, denn bei mehr als der Hälfte aller geschlossenen Fonds liege der Kreditanteil höher.

Quelle: Süddeutsche Zeitung, Mittwoch, 25. Juli / Donnerstag, 26. Juli 2012

[Samstag 28. Juli 2012, 09:25]