Am Geldautomaten abkassiert

Seit 2011 müssen Banken und Sparkassen an ihren Geldautomaten vor jeder Abhebung durch Fremdkunden anzeigen, wie viel sie ihnen hierfür an Gebühren berechnen.

Viele Privatbanken erheben seitdem maximal 1,95 Euro pro Fremdabhebung. Die Sparkassen und Genossenschaftsbanken hingegen haben sich einer Gebührensenkung in diesem Ausmaß nicht angeschlossen. Nach einer Anfrage der SPD-Fraktion an das Bundesjustizministerium verlangen Sparkassen derzeit von Fremdkunden im Schnitt 4,26 Euro pro Abhebung, Genossenschaftsbanken 3,90 Euro. Die Banken begründen diese Gebühren damit, dass sie bundesweit mit Abstand die meisten Geldautomaten betreiben. Das sei mit enormen Kosten verbunden.

Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn das Justizministerium bestätigt, dass die Sparkassen und Genossenschaftsbanken im Zeitraum vom 1. August 2011 bis 31. Juli 2012 mehr als 389 Millionen Euro mit Fremdabhebungen verdient haben.

Vor diesem Hintergrund fordert jetzt der SPD-Finanzexperte Carsten Sieling – wie Verbraucherschützer schon lange – eine gesetzliche Obergrenze für Gebühren am Geldautomaten.

Quelle: Daniela Kuhr, Süddeutsche Zeitung, Freitag, 8. Februar 2013

[Sonntag 10. Februar 2013, 09:09]