Abgelehnt! Rückzahlung der Bearbeitungsentgelte für Kredite

Laut Bundesgerichtshof (BGH) sind Bearbeitungsgebühren, die Bankkunden für Kredite gezahlt haben, nicht Rechtens und können von den Kunden zurückverlangt werden. Doch zahlen viele Geldhäuser die Entgelte nicht zurück. Verbraucherschützer empfehlen Bankkunden, hartnäckig zu bleiben.

Warum viele Banken die Rückzahlforderungen ablehnen, wird sehr unterschiedlich begründet. Kunden wird etwa mitgeteilt, dass:

- der BGH-Richterspruch nicht auf den konkreten Fall zutreffe.

- es sich nicht um ein Bearbeitungsentgelt handle, sondern um eine Optionsprämie.

- die Gebühr gar nicht für eine Tätigkeit erhoben worden sei, die im eigenen Interesse der Bank stehe, sondern das Entgelt für die Kapitalüberlassung an sich berechnet werde.

- das Entgelt Bestandteil des Zinses sei, also habe der Kunde keinen Anspruch.

- das Urteil sich nur auf Konsumentenkredite beziehe und nicht auf Bausparverträge oder Immobiliendarlehen.

- die Forderung verjährt sei.

Nach Meinung der Deutschen Kreditwirtschaft besteht erstens kein Anlass, das Urteil auf andere Darlehen zu erweitern. Zweitens berufen sich die Geldinstitute auf eine Verjährungsfrist von drei Jahren. Beide Punkte sehen Verbraucherschützer, wie Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale NRW, anders. Unter anderem gehen Verbraucherschützer von einer zehnjährigen Frist aus. Verbraucherzentralen empfehlen Bankkunden sich zu wehren und sich nicht mit vorgefertigten Musterbriefen der Banken abspeisen zu lassen.

Leider lässt das Urteil des BGH vieles im Unklaren. Daher werden entsprechende Verbraucherklagen vorbereitet.

Quelle:
http://www.rp-online.de/wirtschaft/viele-banken-zahlen-entgelte-nicht-zurueck-aid-1.4373303 , Von Andreas Gruhn, Mittwoch 9. Juli, 2014

[Freitag 11. Juli 2014, 19:49]